Liebe Pakhi, meine 95-jährige Mutter hat Krebs und nicht mehr lange zu leben. Sie ist aggressiv, despotisch, destruktiv, negativ und beherrscht ihre Umgebung und macht alle unglücklich.

Die Ausstrahlung von Negativität und das Abziehen von Energie von den Menschen ihrer Umgebung durch meine Mutter ist dermaßen schlimm und unbeschreiblich, dass ich, die ich sie pflege, seit einiger Zeit zur Therapie gehe. Alle, die mir helfen, sind fix und fertig, weil sie meine Mutter nicht mehr ertragen können.

Was würdest Du tun? Mit schönem Gruß 

 

Liebe Freundin,

deine Mutter ist in einer Phase im Sterbeprozess, die ich in meinem Buch: „Ästhetisches Sterben mit Lachen und Meditation“, „die dritte Phase des Aufschließens von Unterdrücktem und Unterbewussten nenne.“ Es ist eine Phase, in der der Sterbende zornig, wütend, verwirrt ist, weil so viel Unterdrücktes in ihm hochkommt.

Als Pflegender ist es schwer, mit dieser Wut und der Verwirrung umzugehen. Am besten verlässt man das Zimmer, wenn die Aggression kommt. Kann man das nicht, dann muss es klar sein, dass man sich nicht durch Aggressionen von dem Sterbenden verletzen lässt.

Du müsstest so handeln, wie du vielleicht auch mit einem Kind sein würdest. Du hast als Pflegender die Verantwortung über die Sachlage und daher ist es an dir, die Situation zum Besten zu bringen. Aber lass dich nicht tyrannisieren.

Nicht Beachten ist ein guter Trick, um mit Aggressionen umzugehen. Ignoriere deine Mutter. Achte darauf, dass du dich dabei nicht verletzt. Wenn deine Mutter einen aggressiven Schub hat, dann gehe einfach weg. Lass sie sein, wie sie will. Du musst dich schützen.

Wenn sie sich wieder beruhigt hat, dann bist du einfach normal mit ihr. Gib der Aggression keine Aufmerksamkeit. Sie wird sich sicherlich bald beruhigen.

Einen lieben Gruß
von
Pakhi

Pakhi
Pakhi

hat Erfahrung in Meditation, ist Altenpflegerin und das Thema Sterben liegt ihr am Herzen