Frage von Klaus über Bilder von Toten
Hi Pakhi,
warum möchtest du Fotos von dem toten Körper Oshos und anderen in die Website stellen? Würdest du mir das bitte erklären?
Lass mich deine Meinung dazu wissen.
Alles Liebe
Klaus
Antwort von Pakhi
Lieber Klaus,
der Titel meines Buches: Ãsthetisches Sterben mit Lachen und Meditation sagt es bereits aus.
Es geht mir darum, einen völlig neuen Ansatz in Bezug auf den Tod aufzuzeigen.
Für die normalen Leute, die im gewöhnlichen Denken gefangen sind, ist der Tod und das Sterben ein Unglück. Wenn es nach ihnen geht, muss man ihn in jeder Hinsicht vermeiden und besonders darf man ihn nicht anschauen. Die Leute begegnen nie dem Tod, in keiner Weise. Sie haben Angst davor, sich mit ihm auseinanderzusetzen.
Wie du ja weißt, bin ich Altenpflegerin.
Aus meiner eigenen Erfahrung heraus kann ich sagen, dass es sehr hilfreich für das innere Wachstum ist, wenn man sieht, wie jemand stirbt. Wenn man sich auf den Tod einstellen kann. Wenn man sich bewusst macht, dass man selbst auch bald dort liegt!
Selbstverständlich würde ich in meiner Website nicht die normalen unbewussten Toten zeigen, denn es liegt mir fern, morbide Sensationsgelüste zu befriedigen. Aber den toten Körper eines bewussten Menschen zu zeigen, ist etwas anderes. Man kann seine ästhetische Ausstrahlung fühlen, man kann seine Entspannung sehen, man kann sogar seine tiefe Ergebung in die Existenz spüren und die Freude, die daraus entsteht.
Ich zeige ausschließlich Fotos von toten Meditierern - und natürlich einen Erleuchteten zu zeigen, entspricht dem Allerbesten in dieser Hinsicht. Osho, Dada und Vimalkirti, sie sind die Höhepunkte des Bewusstseins. Und das zeigen sie in ihrem Tode, genauso wie sie es in ihrem Leben zeigten.
Ich möchte den Leuten eine Möglichkeit geben, es zu spüren und wahrzunehmen, dass es wirklich etwas jenseits des logischen und materiellen Denkens gibt. Diese Bilder von Osho sind sehr berührend. Ich denke das sind sie für jedermann, nicht nur für mich und andere Sannyasins. Ich möchte den Leuten die Gewissheit geben, dass es wirklich einen bewussten Tod gibt, dass es wirklich ein Mysterium gibt.
Diese Fotos der ästhetischen Toten, wie ich sie nenne, zeigen viel. Sie sind eine Offenbahrung für das westliche Denken.
Und wie gesagt. Sie zeigen eine Realität!
Es ist geschehen.
Die Fotos sind nicht auf dem Computer erzeugt worden ... sie zeigen die realen Ereignisse.
Und sie zeigen die Wahrheit dessen, was ich schreibe. Es ist nicht so, dass ich verträumte, illusorische Vorstellungen habe, die von keinerlei Relevanz für irgendjemanden sind. Nein.
Jeder kann es sehen, dass das ästhetische Sterben bereits des öfteren geschehen ist, dass es keine Fiktion ist, was ich beschreibe.
Natürlich ist es klar, dass es etwas sehr besonderes ist, auf das Foto des toten Körpers eines Erleuchteten und Meisters schauen zu dürfen. Sensitive Leute werden etwas spüren, dessen bin ich mir sicher. Eine Last wird von ihnen abfallen, die Last des Christentums im Westen und die Last der anderen Religionen im Osten.
In meinem Buch gebe ich Anregungen, mit dem Tod in einer völlig neuen Weise umzugehen. Ich bringe die Leser dazu, sehr sensibel, verletzlich, bewusst und aufmerksam dem Tod zu begegnen.
Die Fotos von Oshos Tod zeigen ganz genau, wie man sich dem Tod stellt. Die Leute können an diesem wertvollen Moment teilhaben. Es war ein sehr energetischer Augenblick und die Fotos zeigen das.
Und nebenbei bemerkt, zeigen sie auch, wie man auch mit einem Toten umgehen kann ... die Anmut, die Blumen, die ästhetisches Weise, wie Osho aufgebahrt ist. Gewöhnlich haben die Leute keine Ahnung, dass es im Tod auch Schönheit geben kann. Es ist ein Geschenk, das zeigen zu dürfen.
Ein weiterer Punkt ist, dass diese Fotos genau das zeigen, was ich im Buch beschreibe. Die Leute aus dem Westen denken gewöhnlich, dass es Quatsch ist, mit dem Tod in einer freudigen, ergebenen und schönen Weise umzugehen. Sie denken, dass es eine Lüge von mir ist, eine reine Fiktion von mir. Jeder ist so gefangen in dieser christlichen Art des Denkens, dass er sich nicht einmal vorstellen kann, dass in Bezug auf den Tod etwas anderes möglich oder angemessen ist als Trauern und Schmerz.
Lieber Klaus,
hauptsächlich aber möchte ich den Leuten die Möglichkeit geben, dem Tod zu begegnen. Sie können ihn anschauen, forschen, nachfühlen, auf ihn meditieren ...
sich öffnen für das Mysterium des Todes.
Und damit für das Mysterium des Lebens.
Ich schicke dir einen lieben Gruß
Pakhi

