Frage von Peter darüber, woher ich weiß, was im Tod passiert
Liebe Pakhi,
sag mal, nicht dass ich dir zu Nahe treten will oder dich kritisieren will, aber woher weißt du, was im Tod passiert? Kann man das überhaupt wissen? Ist das nicht ein wenig arrogant, so etwas zu behaupten, dass du wüsstest, was im Tod passiert?
Magst du mir darauf antworten?
Danke
Peter
Antwort von Pakhi
Lieber Peter,
scheue dich nicht, mir Fragen zu stellen, ich antworte dir gerne.
Und du brauchst auch keine Angst zu haben, dass ich bei Kritik aggressiv oder ärgerlich werde.
Erst einmal möchte ich dir versichern, dass alles was ich geschrieben habe und auch das was ich jetzt schreibe, aus meinen eigenen Erfahrungen stammt. Es ist nicht so, dass ich etwas zusammengeschrieben habe, was andere schon gesagt haben. Oder dass ich weise Menschen nachplappere.
Wenn du eine andere Meinung hast und mich kritisierst, dann ist das kein Problem.
Du hast andere Erfahrungen gemacht als ich, dein Hintergrund ist völlig anders als meiner, du hast völlig anders gelebt als ich, wie soll das gehen, dass du auch das gleiche Verständnis hast wie ich?
Es ist völlig klar, dass es Unterschiede in unserem Verstehen gibt ... du hast deine Ansichten, ich habe meine. Du fragst mich etwas und ich antworte. Ich habe nicht den Anspruch, der Weisheit letzter Schluss zu sein, ich bin nicht erleuchtet. Doch ich habe bestimmte Erfahrungen und von denen erzähle ich.
Zu deiner Frage:
Man kann wissen, was im Tod geschieht.
1. Denn wenn man in der Meditation gewachsen ist, dann sieht man, dass es das gleiche Phänomen ist. Auch in der Meditation stirbt man, man lässt den Körper los, entspannt das Denken und die Gefühle und ist eines Moments auch frei von allen. Das entspricht dem Tod.
In der tiefen Meditation ist es, als würde man dem Tod begegnen.
Und sage nun nicht, woher ich weiß, dass das der Tod ist. Woher weiß man das? Das weiß man! Alles schwindet, man kann sich an nichts festhalten - man hat eben das Gefühl, man stirbt.
In der Meditation geht man weiter ...
2. Außerdem habe ich Hypnosesitzungen mitgemacht, in denen es um die früheren Leben ging, also auch darum, wie man gestorben ist. Da habe ich es deutlich erlebt, was Tod bedeutet, denn ich blieb völlig intakt. Der alte Körper lag da, aber ich war völlig intakt.
3. Und dann darfst du nicht vergessen, dass ich Altenpflegerin bin. Ich habe bereits viele Tode miterlebt, freilich von Außen.
Es mag für dich eigenartig klingen, aber ich bin ein sehr sensibler Mensch. Ich kenne mich aus mit feinen Schwingungen, oder besser gesagt, ich kann sie fühlen. Ich kann fühlen, wie es jemandem geht.
Mein ganzes Leben lang habe bin ich in gewisser Weise über die Situationen, die mir geschahen, dazu trainiert worden, aufmerksamer auf meine Mitmenschen zu werden. Ich spüre viel ... und bei einem sterbenden ist das nicht anders als bei einem lebenden Freund.
4. Und der Grund, warum ich dieses Buch geschrieben habe, ist auch, weil ich in den religiösen Schriften der Zenleute, Buddha und Socrates, lauter Bestätigungen gefunden habe für meine Erfahrungen. Sonst hätte ich wohl nicht das Vertrauen gehabt, zu mir zu stehen. Doch ich bekomme Unterstützung von ihnen.
Wenn du nicht so sensibel für diese Phänomene des Todes bist, und zweifelst, dann kann das daran liegen, dass du vielleicht nicht so sehr vom Leben auf die sensible Wahrnehmung von Menschen geprägt worden bist, sondern vielleicht eben eher auf deine Musik.
Und vielleicht ist bei dir die christliche Lüge, dass man über den Tod nichts wissen kann (und auch nicht darf!) noch tief in deinem Denken verankert. Für die westliche Kultur ist der Tod ein Tabu. Man darf sich ihm nicht stellen. In östlichen Kulturen ist das anders.
Je tiefer du in deiner Meditation wächst, desto mehr entschlüsseln sich für dich die Mysterien der Existenz.
Das Leben hat mich zu dem Phänomen Tod gebracht.
Hier ist für mich vieles klar geworden.
Nicht alles, nein.
Doch das, was ich geschrieben habe.
Es gibt viele Mysterien, die mir verschlossen sind,
vielleicht öffnen sie sich nie.
Das ist nicht meine Sache, das zu entscheiden.
Doch in Bezug auf den Tod durfte ich einen kurzen Blick erhaschen ...
Einen lieben Gruß an dich, lieber Peter
von
Pakhi

